Fotosafari – ein Knochenjob

Gästegeschichte vom Photoworkshop mit  Uwe in der Masai Mara im März 2016

 

Burghard Schreyer – 05.15 Uhr in der Masai Mara

 

Ein erfahrener Fotograf, der seit 20 Jahren die Massai Mara besucht. Einen Massai als Fahrer und Spotter der Tierwelt der Extraklasse und eine Landschaft mit einer schier unglaublichen Tierdichte. Was ist das Ergebnis dieser Mischung ?? Eine Fotosafarie und ein Erlebnis der absoluten Sonderklasse. Seit nunmehr 4 Jahren fahre ich mit Uwe, Fotograf und Josef, Fahrer und Spotter kreuz und quer durch die Massai Mara.

Es ist keine Erholung – vielmehr ein Knochenjob. Wer glaubt, hier Urlaub machen zu können, ist auf dem berühmten Holzweg.

Morgens um 05.15h klingelt der Wecker und nach einer gruseligen Tasse Pulverkaffee geht es ab in die Dunkelheit der Masai Mara. Wegstrecken bis zu einer Stunden werden in Kauf genommen um im Morgenlicht bereits bei den Tieren vor Ort zu sein. Denn nur dieses Licht und das am Abend, die blaue Stunde vor dem Sonnenuntergang, versprechen Bilder im besten Licht.

Wer mit Afrika Sonne und Hitze verbindet, hat ab der frühen Mittagszeit völlig Recht. Die Fahrt am Morgen findet allerdings bei sehr niedrigen Temperaturen statt – ohne warme Jacke nicht zu ertragen. Das Gleiche bei der Heimfahrt, wir kommen nicht vor 19.30h wieder zurück in das Camp. Ein langer stressiger Tag – und trotzdem fahren wir jeden Morgen wieder los, keiner würde im Camp zurückbleiben – was also treibt uns an ?? Die Antwort ist denkbar einfach. Eine Tierwelt von unglaublicher Menge und Vielfalt ... Je nach Jahreszeit bevölkern bis zu 1,0 Millionen Gnus und Zebras und Gazellen die Massai Mara. Dazu kommen noch weitere Pflanzenfresser.Zebras, Impalas, Leierantilopen, Kongonies, Elefanten, Hippos und viele andere. Natürlich sind dann auch alle Karnivoren (Fleichfresser) zahlreich vertreten. Löwen, Geparde, Leoparde,Hyänen, und andere kommen zahlreich vor. Die Anzahl der Pflanzenfresser reguliert die Anzahl der Fleischfresser.

Die Eindrücke, die auf uns einwirken, wollen nicht enden. Ich kann mich nicht auch nur einmal daran erinnern, Langeweile empfunden zu haben. Wir verwöhnten Städter erleben hier einen Lebensraum, der unsere Prioritäten wieder neu ordnet. Wir wären wohl nicht lang in der Lage, in dieser Umgebung zu überleben. Aber genau das versuchen alle Tiere, Tag für Tag; denn kein Tier hat hier eine Überlebensgarantie.

Selbst die Tiere am Ende der Nahrungskette kämpfen täglich ums Überleben. Der König der Tiere, der Löwe, kann täglich sein Leben verlieren. Nicht jede Jagd verläuft erfolgreich, der Tritt von einem Huf eines Zebras kann zu Verletzungen führen, die tödlich enden. Der Angriff einer Büffelherde bringt auch für einen Löwen den Tod. Löwenjunge werden von Büffelherden häufig getötet, sie sind die zukünftige Bedrohung des eigenen Lebens. Auch eine Hyäne zögert keine Sekunde, ein Löwenjunges zu töten. Es ist ein ständiger Kampf ums Überleben – bei allen Lebewesen in der Mara. Und wir mittendrin, wir nehmen Teil am Alltag der Tiere in diesem Lebensraum, gesichert in einem Jeep. Die meisten Tierarten nehmen keine Notiz von uns. Wir sind geduldet, nicht mehr.

Der Löwe geht einen Meter am Jeep vorbei, er hebt nicht mal den Blick. Wir werden ignoriert, sie leben ihr Leben, als ob wir nicht vorhanden wären. Wir passen wohl nicht in das Beuteschema der Räuber, glücklicherweise. Aber wir versuchen auch nicht zu stören und lassen es nicht am Respekt vor der Tierwelt fehlen. Ein Abstand zum Tier und seinem Habitat sind Gesetz. Alle Erinnerungen an den Streichelzoo wären hier fehl am Platz und könnten in bestimmten Situationen zum eigenen Tod führen. Selbst ein schnelles Austreten hinter einem Busch könnte das eigene Ende nach sich ziehen, dort lag vielleicht das Raubtier – zufällig.

Aber bei Einhaltung der Regeln bietet dieses Naturreservat Begegnungen, die man nie vergießt. Es muss nicht immer der Löwe sein, man wird Zeuge, wie 2 Hippos um ein Revier streiten, wir sahen sogar, wie 2 Hippos 2 Gnukälber verspeisten – von wegen Pflanzenfresser !!

Farbenprächtige Vögel, die einem bis auf ca 5m herankommen lassen. Geparden, die 4 Junge bis in das Erwachsenenalter bringen. Aber auch den Kill einer Grant-Gazelle durch eine Gepardin. Leider fraßen die 2 Jungen am hinteren Ende schon, als die Gazelle noch nicht tot war und die Mutter die Gazelle noch im Kehlbiss hatte.

Die Schönheit und die Kraft eines Leoparden sind unvergessene Eindrücke. Er ist in der Lage, Beutetiere, die weit mehr als er selbst wiegen, in sehr hohe Bäume zu tragen. So muss er seine Beute nicht teilen.

Die Masai Mara entführt uns aus dem Alltag hinein in eine Welt mit eigenen Regeln .... 

Oh je, der Wecker klingelt, schon wieder 05.15h. Ein schöner neuer Safari Tag beginnt.

Alle Fotos @ by Burghard Schreyer.

Danke an Burghard für diese Einblicke in den "Knochenjob einer Fotosafari" … tolle Fotomomente und schmunzelnde Worte von meiner DM Tours Fotosafari im März in der Masai Mara, Kenia. Mein nächster Foto Workshop vom 30. Juli bis 06. August 2016 in die Maasai Mara hat nur noch drei Restplätze. 

 

Für Alle, die solch eine einmalige Tour (Migrations Zeit der Gnus) dennoch im August 2016 miterleben wollen, biete ich ab sofort einen zweiten Termin in der Maasai Mara vom 06. bis 13. August 2016 inklusive 7 Übernachtungen mit Vollpension, allen Eintrittsgebühren und Pirschfahrten inklusive Transfer ab Nairobi für 3.298,- Euro. 

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