Highlights Masai Mara Fotoworkshop & Safari März 2017

Wetter und Wildvorkommen

 

Die Masai Mara ist auf jeder Tour immer wieder für Überraschungen gut. Wegen der monatelangen Dürre in Kenia hatte ich eigentlich im Vorfeld der Reise damit gerechnet, dass es in diesem März auch in der Mara Region völlig ausgedörrt, extrem staubig und tagsüber sehr heiß sein wird. Doch kurz vor meiner Abreise nach Kenia bekam ich die Info, dass die ersten schweren Gewitter – Vorboten der Regenzeit – bereits über Teile der Masai Mara niedergegangen waren und auch mit weiteren Regenfällen in den kommenden Tagen zu rechnen sei und somit doch noch gute fotografische Aufnahmebedingungen zu erwarten waren.

 

Bereits auf dem Flug von der Küste war ich erstaunt, dass das Kilimandscharo Massiv völlig wolkenfrei war und dann beim Anflug auf Olkiombo lag fast die gesamte Masai Mara frisch ergrünt vor mir. Die ersten Tage boten dann mit dem fast Teppich-kurzen Gras nahezu ideale Aufnahmebedingung ohne Störelemente im Vordergrund. Das Wetter wechselte häufig von Sonnenschein zu stärkerer Bewölkung und mit teilweise dramatischen Lichtstimmungen bei aufziehenden Gewittern. 

 

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Ein Elefant vor einer Gewitterfront bei Sonnenaufgang

In der zweiten Wochenhälfte sorgten dann schwerere Regenfälle für noch dramatischere Aufnahmeszenen, allerdings war das Vorwärtskommen in der von Schlamm durchzogenen Masai Mara dann nicht immer ganz einfach. Der teilweise wolkenverhangene Himmel war darüber hinaus im Morgenrot und zum Sonnenaufgang hervorragend geeignet, um die Tiere als Silhouetten in der Landschaft abzubilden. 

Die Wildbestände waren mit Ausnahme von Gnus – die außerhalb des Parks in den nördlichen Schutzgebieten grasten – sehr hoch. Insbesondere Herden von Topis, Elends und Impalas waren sehr häufig zusehen. Auch die Elefantenbestände scheinen in der eigentlich relativ kleinen Masai Mara stetig im Anwachsen. Bei den heimischen Zebras ist die seit 2015 zu beobachtende, allabendliche Migration von der Masai Mara in die Olare-Orok-Conservancy, ein fester Bestandteil ihres Tagesablaufs geworden. Diese cleveren Tiere haben entdeckt, dass sie in den von Massai’s besiedelten Gebieten viel sicherer vor nächtlichen Raubtierattacken sind. Seitdem sieht man außerhalb des Zeitraums der großen Migration aus der Serengeti kaum noch von Raubtieren gerissene, erwachsene Zebras. Bei den Zebras und den Antilopen stand auch augenscheinlich die Paarungszeit kurz bevor, denn man konnte häufig Revierkämpfe unter den Hengsten und Bullen beobachten. 

 

Von der technischen Seite hat sich neben der Nikon D810 die D500 mit ihrem schnellen und präzisen Autofokus für Actionszenen sehr bewährt. Insbesondere bei mit hoher Geschwindigkeit jagenden Geparden hat ich nie zuvor eine so hohe Trefferquoten. Bei der Objektivauswahl bin ich auf dieser Tour das erste mal fremdgegangen. Lars Theiß vom Fotomagazin hatte das Sigma 2,8 120–300mm Sports zum Testen dabei. Wegen des günstigen Preises (ca. die Hälfte einer 2,8 300mm Festbrennweite) war ich erst skeptisch, aber nach einigen Testfotos hat Lars die Optik für den Rest der Woche nicht mehr wiedergesehen. Schärfe und Bildqualität in Verbindung mit der D810 sind einem 2,8 300mm absolut gleichwertig und somit extrem hoch. Der Autofokus ist sehr schnell und der Bildstabilisator arbeitet deutlich geräuschloser, als ich es von meinen Objektiven gewohnt bin. Das Handling dieses nicht gerade zierlichen Objektivs ist ähnlich wie bei einem 2,8 300mm aber die Verarbeitung ist eine Klasse für sich. Die Optik hat sich als äußerst Unwetterbeständig erwiesen und die durchdachten, versenkt angeordneten Schiebeschalter für Autofokus und Bildstabilisator verstellen sich beim Sigma endlich nicht mehr zufällig von selbst, wenn man beispielsweise auf dem Beanbag vom Quer- zum Hochformat wechselt. Auch der Zoombereich von 120–300mm kommt mir an einer Vollformatkamera deutlich mehr gelegen als ein 70–200mm. Durch die hohe Lichtstärke von 2,8 ist das Objektiv natürlich auch erste Wahl für die Dämmerungsfotografie. Am Ende habe ich mit der Kombi D810 und Sigma 120–300mm Sports mehr als 30% meiner Aufnahmen gemacht und bin äußerst angetan von den Bildergebnissen. Wann immer ich in Zukunft nur die Möglichkeit habe, lediglich zwei Teleobjektive mitzuführen, wird das Sigma 120–300mm mit Sicherheit eins von den beiden sein.

Löwen

 

Hatten wir so reichlich auf dieser Tour, wie ich sie in dieser Menge seit Jahren nicht mehr in der Masai Mara gesehen habe. Von gerade mal zwei Wochen alten Babys über heranwachsende Tiere bis zu einer sehr großen Zahl erwachsener Weibchen und Männchen war alles auf den Plains. Insbesondere die große Menge von ausgewachsenen männlichen Löwen – und von der Serengeti eingewanderter Nomaden – werden wohl in nächster Zeit zu geänderten Strukturen in den bekannten Löwenrudeln und Löwenterritorien führen. Die meisten der in den letzten Jahren bekannten männlichen Rudelführer sind zwar noch wohl auf, aber einige von ihnen weisen schon erhebliche Alterserscheinungen auf. Das mittlerweile auf weit über dreißig Löwen angewachsene Rudel von Blacky und Lipstick, der beiden schönsten „Blackmanes“ der Mara, wird in letzter Zeit immer häufiger von fremden Löwen attackiert. Der zunehmende Karriesfrass an ihren Reißzähnen wird Blacky und Lipstick die Verteidigung ihres Rudels nicht mehr sehr lange möglich machen. Von den Notch-Brothers sind augenscheinlich nur noch zwei arm Leben. Ob Scarface noch lebt, konnten ich nicht wirklich feststellen, allerdings sind seine Brüder noch wohl auf. Vom Fig-Tree Rudel streunen zwei Männchen zur Zeit häufig durch die Mara und auch im Maya-i-Fisi Gebiet südöstlich des Talek-Rivers sind einige junge männliche Löwen als Nomaden unterwegs. Aus der Serengeti sind vier junge Löwennomaden eingewandert, vermutlich Geschwister oder Cousins, denen sich mittlerweile auch eine Löwin angeschlossen hat.

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Aus der Serengeti in die Masai Mara eingewanderte Löwennomaden – vier junge Männchen, mutmaßlich Geschwister oder Cousins – drängen vor einer aufziehenden Gewitterfront Hyänen von ihrem Riss, einen in der Nacht zuvor erlegten Büffel.

Leoparden

 

Waren von der Bildausbeute auch gut, es fehlte nur ein bisschen Action. Die Leopardin Kabuso hat wieder zwei Junge, die etwa ein halbes Jahr alt sind, Lorien ein neues, vielleicht 8 Wochen altes Baby und auch ihre Tochter vom letzten Jahr hat das Erwachsenenalter erreicht. Sie wird jetzt Luluka genannt. Bahati hat auch zwei neue Babys, die wir allerdings nicht vor die Kamera bekommen haben. Und der kleine Leopard, der im letzten Jahr häufig auf Autos gestiegen ist, hat auch im Erwachsenenalter keine Scheu vor Touristenfahrzeugen aufgebaut und nutzt sie wie keine andere Raubkatze in der Mara als Deckung zur Jagd.

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Leopard auf der Pirsch

Geparden

 

Gab es deutlich weniger als sonst zu fotografieren und zu beobachten, vermutlich durch die sehr großen Mengen von Hyänen in Teilgebieten der Mara. Nur Malaika lässt sich davon augenscheinlich nicht unterkriegen. Ihre überlebenden beiden Babys vom letzten Sommer sind jetzt ca. 9 Monate und wohlauf. Es bleibt zu hoffen, dass Malaika noch wenigsten so lange überlebt, bis die beiden eigenständig sind, denn bei ihr machen sich die Alterserscheinungen nun deutlich bemerkbar. Ihre Reiszähne sind nur noch kurze Stumpfen und ihre frühere Spurtstarke und Ausdauer bei der Jagd ist auch nicht mehr vorhanden. Sie lauert dem Wild sehr lange auf, versucht dabei lahme oder kranke Tiere ausfindig zu machen, um sich dann fast wie ein Leopard auf eine möglichst sehr kurze Schlagdistanz heranzupirschen.

Bilderserie jagende Gepardin, Malaika.

 

Am nächsten Mittag hat Malaika dann Jagdglück gehabt. Leider hatten wir nur zu spät erkannt, dass es sich beim Opfer wahrscheinlich um eine kranke, in jedem Fall sehr lahme Gazelle gehandelt hat und haben unsere Fahrzeuge auf die übliche, hohe Distanz positioniert, um die Jagd in ihrem Verlauf fotografieren zu können. Tatsächlich hätte weniger als die halbe Distanz gereicht, was den Fotos im flimmerten Mittagslicht natürlich sehr zu gute gekommen wäre.

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Kommentare: 3
  • #1

    Martina (Samstag, 29 April 2017 12:46)

    Was für wunderbare Aufnahmen ... nachdem ich schon Ihre letzten Bücher gekauft habe schaue ich immer mal bei Ihnen hier vorbei. Ich kann mich garnicht satt sehen.
    Danke für diese Fotos ... so kann ich auch mit nach Kenia reisen.
    Liebe Grüsse sendet Ihnen Martina

  • #2

    Burghard Schreyer (Dienstag, 02 Mai 2017 11:22)

    Hallo Uwe,

    wenn ich das Licht sehe, könnte ich mich schwarz ärgern, dass ich nicht dabei war. Einfach nur
    wunderschöne Fotos. Deine Serie auf spiegel-online hat mit ebenfalls sehr gut gefallen.
    Hoffentlich bis bald.

    Liebe Grüße

    Burghard

  • #3

    Uwe Skrzypczak (Dienstag, 02 Mai 2017 20:00)

    Hallo Burghard danke für Deinen Kommentar, ja das Licht war diesmal wirklich noch aussergewöhnlicher schön, wie sonst ... aber nein musst Dich nicht ärgern.
    Danke auch das die Fotos auf Spiegel Online geschaut hast. Grüsse sendet Dir Uwe